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Venus, du und dein Kind (um 1574)





Die Villanelle „Venus, du und dein Kind“ von Jacob Regnart (~1545 bis 1599) diente als Vorlage für viele andere nachfolgende Kompositionen, wie z.B. das Magnificat von Francesco Rovigo (1541–1597). Es erscheint im protestantischen Liedgut in der Kontrafaktur „Auf meinen lieben Gott“, erstmals in dem Cantional (1627) von Johann Hermann Schein (heute Nr. 345 im Evangelischen Gesangbuch).

Venus, du und dein Kind
seid alle beide blind
und pflegt auch zu verblenden
wer sich zu euch thut wenden
wie ichs wol hab erfahren
in meinen jungen Jahren.

Amor du Kindlein bloß
Wem dein vergiftes Gschoß
Das Herz einmal berühret
Der wird alsbald verführet
Wie ichs wol hab erfahren
In meinen jungen Jahren.

Für nur ein Freud allein
Gibst du viel tausend Pein
Für nur ein freundlichs Scherzen
Gibst du viel tausend Schmerzen
Wie ichs wol hab erfahren
In meinen jungen Jahren.

Drum rath ich jedermann
Von Lieb bald abzustan
Denn nichts ist zu erjagen
In lieb dann Weh und Klagen
Das hab ich alls erfahren
In meinen jungen Jahren.


Knud Seckel: Gesang
Tobias Witzlau: Renaissancelaute


Herzlichen Dank an die Ronneburg








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