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Den liebsten Buhlen (Volkslied, 16. Jh.)





Dieses weit verbreitete Trinklied parodiert den überholten Minnesang des 16. Jh. Der liebste Buhle (Geliebte/r) ist nun das Weinfass im Keller. Die Zeit des absterbenden Rittertums und der Landsknechte setzt auch dem Minnesang eine derbe Krone auf.

Knud Seckel: Drehleier und Gesang
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herzlichen Dank an die Ronneburg/Hessen


Den liebsten Buhlen, den ich han
er leit beim Wirt im Keller
er hat ein hölzern Röcklein an
und heisst der Muskateller!
Er hat mich nächtens trunken g´macht
und fröhlich heut den ganzen Tag,
Gott, geb ihm heint ein gute Nacht


Von diesem Buhlen, den ich mein
will ich dir bald eins bringen
es sei der allerbeste Wein
macht lustig mich zu singen
frischt mir das Blut, gibt freien Mut,
als durch sein Kraft und Eigenschaft
Nu grüss dich Gott, mein Rebensaft!


Text: vermutlich Johann Baptist Friedrich Fischart (1546 - 91) nach Antonio Scandello
in: "Newe lustige weltliche Liedlein", Nürnberg 1570








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