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Winder wie ist nû dîn craft (Neidhart, 13. Jh.)





Neidhart ist überschwänglich vor Freude über den Frühling
Er hofft und beschwört die jungen Maide unversprochen zu bleiben

Winder wie ist nû dîn kraft
Worden gar unsigehaft,
sît der meie sînen schaft
hât ûf dir verstochen!
Vor den welden ûf dem plân
Siht man wunneclîchen stân
Liehtiu blüemel wolgetân.
Der hân ich gebrochen.
Gar besunder durch ein wunder
solhez munder ich vernam
man und vrouwen, ir sult schouwen
in den ouwen âne scham
wie des liehten meien schar
stât bekleit in purpervar.
Jungen meide, des nemet war:
Belîbet unversprochen!

Klaget nicht den winter kalt!
Ir sult sîn an vröuden balt.
Vröut iuch, beide junc und alt,
gein dem süezen meien!
Torste ich vor der vrouwen mîn,
mit iu wolt ich vrôlich sîn.
Nû twinget mich ein ander pîn,
daz ich niht mac gereien.

In der wîse, Ich nû grîse.
Also lîse slîch ich nâch.
Unverborgen alle morgen
in den sorgen ich versmâh
Mîner vrouwen; diust sô hêr:
Sie spricht, ich tuo ir leit und sêr
Zwar ich diene ir niemer mêr
Ez gêt an ein reien.









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