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Tempus transit gelidum





Dieses Frühlingslied aus den Carmina Burana vereint lateinische Dichtung mit volkstümlichen Elementen. Am Ende des Liedes erscheint ganz unverblümt das Liebesgeständnis des Sängers auf Mittelhochdeutsch. Der Verfasser ist zwar nicht bekannt - die Kenntnisse des Latein weisen aber auf einen klösterlichen Ursprung hin.



Tempus transit gelidum
mundus renovatur
verque redit floridum
forma rebus datur.
avis modulatur
modulans letatur,
avis modulatur
modulans letatur
lucidior et lenior
aer iam serenatur;
iam florea, iam frondea
silva comis densatur.

Ludunt super gramina
Virgines decore
Quarum nova carmina
Dulci sonant ore
Annuunt favore
Voluchres canore
Favent et odore
Tellus picta flore
Cor igitur et scingitur et
Tangitur amore
Virginibus et avibus strepentibus sonore

Unam, huius vulnere
saucius, amavi,
quam sub firmo federe
michi copulavi.
fidem, quam iuravi,
numquam violavi; rei tam suavi
totum me dicavi.
quam dulcia sunt basia
puelle! iam gustavi:
nec cinnamum et balsamum
esset tam dulce favi.

Vrowe, ich pin dir undertan;
des la mich geniezen!
ich diene dir, so ich beste chan;
des will dih verdriezen.
nu wil du mine sinne
mit dime gewalte sliezen.
nu wold ih diner minne
vil sůze wunne niezen.
vil reine wip, din schoner lip
wil mich ze sere schiezen!
uz dime gebot
Ich nimmer chume,
obz alle wibe hiezen!


Knud Seckel spielt auf einer Symphonia








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