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Meienzît





Das Lied Maienzît des Minnesängers Neidhart zählt zu den bekanntesten Liedern des deutschsprachigen Mittelalters. Die Freude am Frühling steht am Beginn im Mittelpunkt, schwenkt dann aber über in die eigentliche Handlung, der Schimpftiraden über die Bauern, die ihm die Minneabenteuer vergälen.

Diese Art von Liedern waren im Mittelalter gerade beim Adel sehr populär, da sie die höfische Minnelyrik mit einer gehörigen Portion Derbheit und Spott versahen. Der aufstrebende Bauernstand wurde so literarisch attackiert.

Meienzît
âne nît
vröuden gît
wider strît
sin widerkomen kan uns allen helfen
ûf dem plân
âne wân
siht man stân
wolgetân
liehtiu brûniu blüemel bî den gelfen
durch daz gras sint si schôn ûf gedrungen
und der walt
manecvalt
ungezalt
ist erschalt
daz er wart mit dem nie baz gesungen

Ich süng nit
nâch ir sit
hæte ich vrid
des ich bit
ob mir ieman k¦me dran ze trôste
ich bin verzeit
mîniu leit
unverjeit
sint so breit
ich næme ez noch swer mich dâ von erlôste
liebes blic der kan mich schicken wilde
ez ist mîn klage
alle tage
und gedage
als ein zage
liebes blic lâz mich bî blickes bilde

Grôze nôt
Mir enbôt
Der mir drôt
Ûf den tôt
daz ist Hildebold von Bernriute
Irenvrit
und der smit
werden glit
an eim wit
daz si mit gemache lân diu liute
Berewîn den mac nieman überhiuzen
Amelolt
Berenbolt
hânt verscholt
daz man solt
über mich gegeben hât ze Priuzen
[...]
Ich klage iu her
ditze mêr
seht ir her
wartet wer
wie solte si ze diesem dinge gebâren
ir nemt sîn goum
âne soum
an eim zoum
in eim boum
umb den schaden dâ solt er bejâren
wolde er under sch¦nen kindern walgen
hin und her
als entwer
als ouch er
hât die ger
bezzer wære er hienge an einem galgen








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