encantos.de — lebendige mittelalterliche Dichtung



Start           Frühmittelalter           Hochmittelalter           Spätmittelalter           Renaissance           Essays




Der helden minne





Dieses Tagelied von Wolfram von Eschenbach (13.Jh.) erzählt von den beiden Liebenden, die nichts zu befürchten haben, da sie rechtmässige Eheleute sind. Der Text ist ungewöhnlich, da das Verhältnis der beiden Liebenden im Tagelied fast immer heimlich ist.
Die Melodie ist kontrafaziert aus einer Melodie von Folquet de Marselh (Trobador, 13.Jh.), da es zu allen Texten von Wolfram von Eschenbach keine Notenüberlieferung gibt.

Der helden minne ir klage
du sunge ie gên dem tage,
Daz sûre nâch dem süezen,
swer minne und wîplich grüezen
alsô enpfienc,
daz si sich muosen scheiden,-
swaz dû dô rite in beiden,
dô ûf gienc
Der morgensterne, wahtaere, swîc,
dâ von niiht sinc.

Swer pfliget oder ie gepflac,
daz er bî lieben wîben lac,
Den merkaeren unverborgen,
der darf niht durch den morgen
dannen streben.
er mac des tages erbeiten.
man darf in niht ûz leiten
ûf sîn leben.
Ein offeniu süeze wirtes wip
kan sölhe minne geben.


Der heimlichen Liebe / sangst du immer bei Tagesanbruch, / was sie klagen ließen / Bitteres folgte auf Süßes. / Wenn jemand Liebe und Zuneigung der Geliebten nur so / empfangen konnte, / daß sie sich wieder trennen mußten, / was immer du solchen Beiden geraten hast, / als der Morgenstern aufging, / schweig Wächter, / singe nicht länger davon.

aufgenommen in der Burg Trifels








Kontakt/Impressum           Datenschutz