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Blôzen wir den anger ligen sâhen (Neidhart, 13. Jh.)





Neidhart erzählt hier vom Disput der Mutter mit der Tochter, die gerne zum Tanze gehen möchte. Sie will einem Ritter an die Hände springen aber nicht dem Bauern, der hat ja doch nur Rinder und Schweine.
Die Mutter greift eine Kunkel (Walkholz) und scheucht sie ins Riuwental, d.h. zum Sänger Neidhart.

Blôzen wir den anger ligen sâhen.
end uns diu liebe zît begunde nâhen
daz die blumen drungen durch den klê
aber als ê.
heide diust mit rôsen nû bevangen
den tuot der sumer wol, niht wê.

Droschel, nahtigal, die hoert man singen,
von ir schalle berc und tal erklingen.
si vreunt sich gen der lieben sumerzît,
diu uns gît
vreuden vil und liehter ougenweide.
diu heide wünneclîchen lît.

Sprach ein maget: „die wisen wellent touwen.
megt ir an dem sumer wunder schouwen?
die boume den winder stuonden val,
über al
sint si niuwes loubes worden rîche.
dar under singent nahtigal.

Lôsa, wie die vogele alle doenent,
wie si den meien mit ir sange kroenent!
jâ waen ich, der winder ende hat.
wîerât,
sprinc alsô daz ich dirs immer danke!
diu linde wol geloubet stât.

Dâ sul wir uns wider hiuwer zweien.
vor dem walde ist rôsen vil geheien.
der wil ich ein kränzel wolgetân
ûfe hân,
springe ich einem ritter an der hende
in hôhem muote. nû wol dan!

„Tochterlîn, lâ dich sîn niht gelangen!
wil dû die ritter an dem reien drangen,
die dir niht ze mâze ensulen sîn,
tohterlîn,
dû wirst an dem schaden wol ervunden.
der junge meier muotet dîn.“
„Sliezet mir den meier an die versen!
jâ trûwe ich stolzem ritter wol gehersen.
zwiu sol ein gebûwer mir ze man?
der enkan
mich nâch mînem willen niht getriuten.
er, waen, mîn eine muoz gestân.“

„Tohterlîn, lâ dir in niht versmâhen!
dû wilt ze tumbe ritters künde vâhen.
deist allen dînen vriunden leit.
manegen eit
swüere dû des wis nû âne lougen,
dîn muot dich allez von mir treit.“

„Muoter mîn îr lazet iuwer bâgen!
ich wil mine vriunde durch in wâgen,
den ich mînen willen nie verhal
über al
müezen sîn die liute werden inne:
mîn muot der strebt gein Riuwental.“

Diu muoter diu krift eine kunkel swaere:
„nû var hin! dû bist mir gar unmaere.“
si gap ir einz daz in dem hûse erschal;
über al
gap si ir vil starke slege schiere
und schûhte si gein Riuwental.








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