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Blôzen wir den anger ligen sâhen (Neidhart, 13. Jh.)





Neidhart erzählt hier vom Disput der Mutter mit der Tochter, die gerne zum Tanze gehen möchte. Sie will einem Ritter an die Hände springen aber nicht dem Bauern, der hat ja doch nur Rinder und Schweine.
Die Mutter greift eine Kunkel (Walkholz) und scheucht sie ins Riuwental, d.h. zum Sänger Neidhart.

Blôzen wir den anger ligen sâhen.
end uns diu liebe zît begunde nâhen
daz die blumen drungen durch den klê
aber als ê.
heide diust mit rôsen nû bevangen
den tuot der sumer wol, niht wê.

Droschel, nahtigal, die hoert man singen,
von ir schalle berc und tal erklingen.
si vreunt sich gen der lieben sumerzît,
diu uns gît
vreuden vil und liehter ougenweide.
diu heide wünneclîchen lît.

Sprach ein maget: „die wisen wellent touwen.
megt ir an dem sumer wunder schouwen?
die boume den winder stuonden val,
über al
sint si niuwes loubes worden rîche.
dar under singent nahtigal.

Lôsa, wie die vogele alle doenent,
wie si den meien mit ir sange kroenent!
jâ waen ich, der winder ende hat.








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